[Review] Hoover, P.J. – Solstice

eBook

Format: Kindle Edition

Erschienen: 2011

Sprache: Englisch

Seiten: 498

Verlag: –

ISBN:  1463579128

Preis: –

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

About the author:

P.J. Hoover first fell in love with Greek mythology in sixth grade thanks to the book „Mythology“ by Edith Hamilton. After a fifteen-year bout as an electrical engineer designing computer chips for a living, P.J. decided to take her own stab at mythology and started writing books for kids and teens. When not writing, P.J. spends time with her husband and two kids and enjoys practicing Kung Fu, solving Rubik’s cube, and watching Star Trek. „Solstice“ is her first novel for young adults.

 

Klapptext:

Piper’s world is dying. Global warming kills every living thing on Earth, and each day brings hotter temperatures and heat bubbles which threaten to destroy humanity. Amid this Global Heating Crisis, Piper lives with her mother who suffocates her more than the chaotic climate. When her mother is called away to meet the father Piper has been running from her entire life, Piper seizes an opportunity for freedom.

But when Piper discovers a world of mythology she never knew existed, she realizes her world is not the only one in crisis while Gods battle for control of the Underworld, Piper’s life spirals into turmoil, and she struggles to find answers to secrets kept from her since birth. And though she’s drawn to her classmate Shayne, he may be more than he claims. Piper has to chose whom she can trust and how she can save the people she loves even if it means the end of everything she’s ever known.

 

Meinung:

Eigentlich sollte man ja denken, wenn zwei Genres aufeinander treffen, dass dies ein absolutes Highlight wird, doch wenn man das hiesige Ergebnis sieht, ist das mehr als nur zweifelhaft. In „Solstice“ treffen Mythologie und Dystopie aufeinander und wirbeln eine Menge Sand auf – und das nicht immer auf eine positive Art.

Während ich die Idee von einer durch die Klimaerwärmung traumatisierte und nahe dem Untergang geweihte Welt wirklich interessant und ehrlich gesagt auch nicht ganz abwegig finde, ist die Kombination mit griechischer Mythologie kein gelungener Balanceakt geworden, den ich persönlich befürworten würde. Nicht, dass ich etwas gegen griechische Mythologie hätte, ganz im Gegenteil. Ich selbst mag Mythologie sehr gerne, doch was die Autorin aus der Idee und dem Gesamtkonzept gezaubert hat, ist nicht das Ergebnis, was ich mir gewünscht hätte – insbesondere zu Gunsten des Mythologie-Anteils, mit dem ich während des Lesens schon mehr gelitten als frohlockt hätte. Zu anfangs war der Ausgleich zwischen den zwei Genres noch gut und nachvollziehbar wiedergeben; man lernte als Leser erst einmal den dystopischen Aspekt kennen, in welcher Welt Piper, die hiesige Protagonistin, lebt und mit welchen Problemen diese Welt zu kämpfen hat. Doch schon nach kurzer Zeit traten die ersten Mythenfiguren auf den Spielplan auf und wirbelten zum Nachteil der Story mehr Staub auf, als notwendig gewesen wäre. Wie gesagt, fand ich den Aspekt mit einer von der Klimaerwärmung geplagten Welt, die zwar keine Jahreszeiten, aber dafür Naturkatastrophen kennt, sehr interessant. Doch letztendlich ist des Rätsels Lösung für die Klimakatastrophe eher… schwachsinnig. So gern ich das Ganze anders bezeichnen würde, kann ich es nicht. Eine Sache von einer einzigen Person abhängig zu machen, die anscheinend das Zentrum des ganzen Weltgeschehens bildet, ist für mich Bockmist, den ich einfach nicht ernst nehmen kann, wohingegen ich eine Klimakatastrophe durch menschliche Verfehlungen etc. schon eher als realistisch abtun könnte. Hätte die Autorin dies eher mit in die Geschichte eingeflochten, wäre wahrscheinlich auch das Gesamtergebnis wesentlich interessanter und die Geschichte weniger zäh gewesen.

Wer sich auch mit griechischer Mythologie gern beschäftigt oder sich hier ein wenig auskennt, wird wahrscheinlich so wie ich eher aufgrund des vielen Zähneknirschens bald einen Zahnarzttermin notwendig haben, als fröhlich in der Gegend herumzuspringen und zu jubilieren, dass er/sie endlich mal ein Buch mit modernen Aspekten und griechischer Mythologie entdeckt hat, was überzeugen kann. Denn auch die Story an sich war sehr vorhersehbar und es gab keine Spannungen oder überraschende Erkenntnisse, die mich hätten an die Geschichte gefesselt. Stattdessen plätscherte die Geschichte von Piper nur so vor sich hin und man wusste, was letztendlich das Ende sein würde. Auch ist einem relativ schnell klar, wer Piper, Shayne & Co. eigentlich wirklich sind, weil dieser Punkt nicht nur sehr frühzeitig in die Geschichte eingebracht, sondern auch schlecht umgesetzt wird. Wäre ich eine griechische Gottheit, würde ich mich über derartig schlechte Publicity ärgern und meinen PR-Manager feuern, dass er so etwas überhaupt erlaubt hat.

Auch der Erzählstil von Frau Hoover konnte mich nicht überzeugen und ich hätte das Buch jederzeit aus der Hand legen können. Ich will nicht sagen, dass das Buch und der Erzählstil gänzlich schlecht sind, sie sind nur unausgereift und vermögen einfach nicht zu fesseln. Die sprachliche Umsetzung ist eher langatmig, zäh und lieblos, was gleichfalls die Umsetzung der Charaktere betrifft, die glücklicherweise nicht gänzlich unsympathisch geblieben sind.

Piper ist die eigentliche Protagonistin der Geschichte und eigentlich gar nicht so dumm, wenn sie meistens nicht genau gegenteilig handeln würde, wäre sie vielleicht sogar noch ein Stückchen schlauer. Der einzige Punkt, der sie mir sympathisch gemacht hat, ist ihre Freundschaft und Loyalität zu ihrer besten Freundin Chloe. Ihre versuchte Loyalität zu Shayne habe ich zwar hingenommen, aber nicht gänzlich akzeptiert. Armer Shayne sag ich da nur!

Shayne taucht von einem Tag auf den anderen in Pipers Schule auf und versucht sie dazu zu bringen, ihm zu glauben, dass er schon das ganze Schuljahr neben ihr sitzt, obwohl Piper sich sicherlich an so einen heißen Typen (ihre Gedankengänge, nicht meine, obwohl man das „heiß“ auch zweideutig verstehen kann. *hust) erinnern könnte. Auch Shayne ist, ähnlich wie Piper nicht der, der er vorzugeben scheint. Er birgt nicht nur sein, sondern auch Pipers Geheimnis und hat meiner Ansicht nach eine viel zu lieblose Umsetzung erhalten. Sehr schade, denn aus Shayne (allein schon mit mehr Auftritten) hätte man eindeutig einen wesentlich interessanteren Charakter machen können, als er geworden ist. Ich mochte Shayne, er war loyal, verantwortungsbewusst und hat nicht versucht Piper seinen Willen aufzudrücken. Der einzige Charakter übrigens, der das nicht versucht hat. Was, wie ich finde, nicht gerade für das Konzept der übrigen Charaktere spricht.

Neben den beiden eigentlichen Protagonisten tritt noch Shaynes Kontrahent, Reese (ebenfalls eine griechische Gottheit), auf den Plan, der eher eine undankbare Rolle bekommen hat, auch wenn sie seinem Profil entsprechen möge. Chloe als Pipers beste Freundin hat natürlich eine zentrale Rolle und ist so ziemlich der einzige Grund, warum Piper in Schwierigkeiten gerät, sie dafür aber immerhin menschlich erscheinen lässt.

Wenn die Balance zwischen den beiden kontrahierenden Genres in diesem Werk besser ausgeglichen wäre und die Umsetzung insgesamt gesehen etwas ausgereifter – genau wie die Charaktere – wäre, könnte die Geschichte, die wirklich ein paar sehr interessante Aspekte (Klimaerwärmung) bietet, richtig gut und spannend sein. So kann ich wirklich nur sagen, dass man die Geschichte entweder richtig gut findet oder richtig schlecht. Bei mir ist leider letzteres der Fall – und ich hatte wirklich auf Besseres gehofft, bis zum letzten Kapitel.

 

Bewertung:

Interessante Mischung, schlecht umgesetzt. Mit etwas mehr Balance zwischen Dystopie und Mythologie hätte hier ein wahrlich spannendes Werk geschaffen werden können, aber es schwächelt hier eindeutig an der unausgereiften Umsetzung.

Momentan ist „Solstice“ auch als eBook nicht erhältlich (jedenfalls nicht als Kindle Edition), soll aber voraussichtlich 2013 – laut Informationen der Website der Autorin -, wer Interesse hat, in gedruckter Form erhältlich sein. Außerdem würde die Autorin hierzu gerne noch einen zweiten Teil schreiben und publizieren, um den ich zwar einen Bogen machen würde, weil ich schon weiß, wie der potentiell aussehen kann, aber da ich hier niemanden spoilern will, verkneif ich mir mal den schwachen Ansatz, den der erste Band in diese Richtung gibt. Bisher gibt es allerdings zu einem potentiellen zweiten Teil noch keine genauen Hinweise.

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