[On Tour] Leipziger Buchmesse 2012

Es ist nun schon gut eine Woche her seit meinem Besuch der Leipziger Buchmesse am vergangenen Samstag, aber es brauchte ein paar Tage um Körper und Geist zu regenerieren. 😀

Selbst eine Woche nach diesem wirklich interessanten und aufschlussreichen Tag würde ich die LBM, sollte es jemand wünschen, nur mit einem Wort beschreiben können: chaotisch. Nicht im Sinne von unordentlich oder schlecht organisiert, sondern aufgrund des Ansturms von Messebesuchern und Cosplayern eher chaotisch darin, diese „Anstürme“ entsprechend zu verteilen. Bereits am Freitag liefen meine Vorbereitungen auf Hochtouren: Auto putzen, Route anschauen und einigermaßen einprägen und Relaxen, damit man die Laufanstrengungen des nachfolgenden Tages besser meistern kann. Nebenbei überlegte ich immer wieder, wie ich den meinen Tag verbringen möchte bzw. was ich sehen möchte. Letztendlich hatte ich mich dazu entschlossen, mir keinen Tagesplan aufzustellen, sondern einfach die Atmosphäre zu genießen und das zu tun, worauf ich Lust habe, nämlich die verschiedenen Stände abzuklappern und möglicherweise an der einen oder anderen Lesung teilnehmen.

Samstag, 06.00 Uhr, hieß es dann aufstehen, frühstücken und fertig machen, damit ich meine Fahrt nach Leipzig antreten konnte. Um 07.00 Uhr saß ich dann gestriegelt und gestiefelt im Auto und machte ich mich auf die sieben Socken gen Ziel. Aufgrund dessen, das ich bereits so frühzeitig unterwegs war, war das Autobahnfahren richtig angenehm; es waren kaum Lkws oder andere Verkehrsteilnehmer unterwegs. Das Autofahren konnte ich somit richtig genießen und gut 1 ½ Stunden später habe ich dann auch schon mein Auto auf dem Messeparkplatz, direkt vor Halle 5, abgeparkt. Da die Messe offiziell erst um 10.00 Uhr losging hatte ich also noch Zeit, ein wenig den Blick genießerisch über das Messegelände schweifen zu lassen. Da ich allerdings kein Foto-Fan bin bzw. zu faul allgemein Fotos zu machen, gibt’s an dieser Stelle keine Fotos zu sehen. Hierbei wurde man dann freundlicherweise von den Mitarbeitern des Messegeländes darauf hingewiesen – wenn man nicht gerade selbst für einen Mitarbeiter gehalten wurde, so wie ich -, sich in der Glashalle einzufinden um den Beginn der Messe abzuwarten und sich auch noch eine Eintrittskarte zu sichern. Um kurz nach 09.00 Uhr traf ich dann auch in der Glashalle ein und staunte über den frühzeitigen Andrang, insbesondere von Cosplayern, nicht schlecht. Kurz darauf hatten die ersten Kassen dann auch schon geöffnet und man konnte sich dann nicht nur im Eingangsbereich der Glashalle einfinden, sondern auch vor den Halleneingängen, wo sich einige Sender, wie z.B. MDR, Phoenix usw., platziert hatten und die Blicke der Besucher auf sich zogen. Beim MDR gab es eine riesige Fotowand (Motiv Bücher, was sonst?) vor der man sich fotografieren lassen konnte. Der Andrang auf diese Fotowand war nicht gerade gering, wie ich nach einer Weile feststellen musste, aber da ich selbst Fotos von mir hasse, bleib ich solchen Sachen in der Regel immer fern. *hust*

Punkt 10.00 Uhr ertönte dann ein Gong, der den Mitarbeitern, Besuchern und Cosplayern signalisierte, dass die einzelnen Hallen nun bestürmt werden dürften. Natürlich war, wie sich schnell herausstellte, selbst bei Einlasseröffnung der Andrang auf Halle 2 der Größte. Verständlich, denn hier befand sich ja die Kinder-, Jugendbuch-, Sachbuch-, Schulbuch- und Comicbuch-Sektion, einschließlich der Kinderbuchhandlung. Auch ich schloss mich dem Andrang auf Halle 2 an, nicht weil ich so wahnsinnig scharf drauf war, die beliebteste Halle der Messe in Angriff zu nehmen, sondern weil ich dem späteren Andrang umgehen wollte.

Ohne viel Gedrängel konnte ich mich in Ruhe auf die einzelnen Stände – ganz besonders der kleineren Verlage stürzen – und kam mit einer ganz reizenden Stand-Inhaberin, Frau Lasché, ins Gespräch. Aufmerksam bin ich auf ihren Stand aufgrund der liebevoll gestalteten Kinderbücher gekommen. Ich mochte auf Anhieb ihren Zeichenstil und auch der Ausblick darauf, dass die Geschichten lehrreich und fantasiefördernd sind, lassen mich heute noch damit schmunzeln, meine Nichten zu Ostern mit einem ihrer Bücher zu beschenken. Aber da meine Nichten drei kleine Rabauken sind, die den Wert eines Buches noch nicht richtig einschätzen können, hadere ich noch immer mit mir. Sicherheitshalber habe ich mir aber von dem sie verlegenden Verlag sowie auch von ihr persönlich eine Broschüre eingesteckt. Denn Frau Lasché hatte dort nicht nur ihre Kinderbücher angeboten, sondern auch Auszüge ihrer Kunst präsentiert – ebenso wie das Angebot, von sich dort ein Portrait erstellen zu lassen.

Nach dem interessanten Gespräch habe ich meine Entdeckungstour durch die Messehallen fortgesetzt und mir von vielen verschiedenen Verlagen Verlagsprogramme eingesteckt, wobei ich hier schnell feststellen musste, dass ein Packesel wahrscheinlich nützlich gewesen wäre. Verlagsprogramme können wirklich unglaublich schwer werden, wenn man sie die ganze Zeit mit sich rumschleppt. Also merke: Packesel beim nächsten Mal mitnehmen. 😉

Beim Stöbern habe ich einige für mich persönlich sehr interessante (kleine) Verlage entdeckt, die mir bis dato vollkommen unbekannt waren, deren Programm und Buchpräsentation aber wirklich reizt. Auch fand ich gerade die Verlagsmitarbeiter der kleineren Verlage unglaublich sympathisch, wenn ich auch eher gesprächstechnisch schweigsam war und mir mit einem lieben Lächeln größtenteils nur Programme sicherte. Wirklich gut fand ich hier, dass eben diese Verlagsmitarbeiter ein freundliches Lächeln ihren potentiellen Kunden darboten – perfekt gepaart mit dem Überreichen eines entsprechenden Verlagsprogrammes. Bei den größeren Verlagen bin ich eher genervten, zeitweise böse dreinblickenden Verlagsmitarbeitern begegnet, die sich wahrscheinlich wünschten, dass die Messe schon vorüber wäre. Auf Nachfrage hin waren alle aber sehr höflich, aber bestimmt. Aber auch hier mag ich nicht alle in einen Topf werfen, denn auch hier gab es einige Damen, die für die einzelnen Standbesucher ein freundliches Lächeln auf den Lippen parat hatten. Dass man nicht immer Dauerlächeln kann, versteh ich und habe großes Verständnis dafür. Es ist sicherlich nicht gerade einfach, über diese vier doch sicher sehr anstrengenden (für Besucher offenen) Tage die Ruhe zu bewahren und nicht genervt/gestresst zu wirken. Den Damen und Herren der einzelnen Verlage und anderen Standinhaber/-mitarbeiter zolle ich hierfür echt mächtig Respekt, aber letztendlich muss ich sagen, ist es ihr Job und Kundenfreundlichkeit ist in unserer heutigen Gesellschaft das A und O. Wer, so wie ich, im Dienstleistungsbereich arbeitet, weiß wovon ich rede. So genervt und gestresst wie wir manchmal auch sind, wir können und dürfen es nicht einfach an dem Kunden auslassen, auch wenn er uns manchmal wirklich… nervt.

Einige der kleineren Verlage werde ich in der nächsten Zeit einmal ausprobieren, denn so gern ich aus jedem Verlagsprogramm dieser Verlage gern ein Buch mitgenommen hätte, konnte ich daran leider keinen Gedanken verschwenden. Packesel, wie gesagt. Und auch, dass man Bücher offiziell erst am Sonntag ab 15.00 Uhr an den Verlagsständen kaufen durfte, hielt mich davon ab. Wobei ich gern vom Mondwolf-Verlag, der mich mit märchenhaften Covern und Geschichten ansprach, der Fantasy Welt Zone-Verlag, der ebenfalls mit interessanten Covern und Geschichten zu überzeugen versuchte, sowie gleichfalls der Schwert & Feder-Verlag (von dem ich zwar schon gehört, aber noch nix gelesen haben), dem Kleine Schritte-Verlag und der Traumfänger-Verlag sämtliche dargebotenen Exponate mitgenommen hätte. Aber ehrlich, dafür müsste ich im Lotto gewinnen (und einen Packesel gratis dazu). -.- Aber wie gesagt, in nächster Zeit werde ich mir sicherlich von dem einen oder anderen Verlag ein Buch kaufen und darüber berichten. 😀

Bei meiner zweiten Runde durch die Messehallen – so gegen 12.30 Uhr – war der Besucherandrang, ganz besonders auf Halle 2, dermaßen groß, dass Mitarbeiter des Messegeländes bereits die die Halle 2 verlassenden Hallenbesucher darauf verwies, die Halle über die angrenzende Halle zu verlassen, da der Ein-/Ausgang mit Halleneinwanderern vollgestopft war. Auch ich musste als Notlösung diesen Ausweg wählen, um der Halle 2 zu entfliehen. Vorher habe ich mich aber, mutig wie ich war, der Comic-Ecke angenährt und wurde fast übergelaufen. Hier in Ruhe die Stände und dargebotenen Exponate zu begutachten war nahezu unmöglich. Die Cosplayer und Comic-Fans tummelten sich nicht Maßen, sondern Massen darin rum. Gern hätte ich mir diese Ecke, die bereits kurz nach Halleneröffnung ein klein wenig überlaufen war, angesehen. Beim nächsten Mal weiß ich es besser und werde mich nicht an einem Tag, wo ein Cosplay-Wettbewerb stattfinden soll, auf die Buchmesse wagen, sondern eher unter der Woche, vorausgesetzt dort findet der Wettbewerb nicht statt!

Beim Durchstreifen der einzelnen Hallen bin ich natürlich auch an einigen Lesungen vorbeigekommen, für die ich allerdings nicht stoppte. Das lag zum einen daran, dass mich diese nicht interessierten und zum anderen daran, dass ich kein Fan von Lesungen oder gar von Hörbüchern bin. Dies liegt darin begründet, dass ich bei Hörbüchern immer dieses eintönige Vorlesen als so unbewegend, unemotional und langweilig empfinde, dass ich glatt einschlafen könnte. Dies ist mir beim Reinhorchen in die stattfindenden Lesungen ebenfalls aufgefallen, dass die Vortragenden dieses eintönige, gefühllose Vortragen praktizierten, ohne Spannung und Emotion. Nicht mein Ding. Ich versuche immer, wenn ich meinen Nichten bei einer seltenen Gelegenheit etwas vorlese, immer Spannung, Emotionen mit einzubringen und mit verschiedenen Tonlagen das Vorlesen aufzupeppen. Schließlich soll das Vorgelesene dem Vorgelesenen auch gefallen.

Neben den vielen Verlagsständen gab es auch noch andere Dinge zu entdecken – und hierbei rede ich nicht von den verschiedenen Messebuchhandlungen. Einige Firmen, die auf Regalsysteme – abgestimmt auf Bücher, CDs, DVDs – spezialisiert waren, hatten hier eine kleine Ausstellungsfläche besetzt. Es war interessant und gab auch einige ganz praktisch wirkende Regalsysteme. Mich konnten diese allerdings nicht überzeugen. Da ich in meinen Räumlichkeiten an mehr als nur einer Stelle mit niedrigen Decken und auch Dachschrägen bestraft bin und meine Räumlichkeiten eher modern eingerichtet/gestaltet sind, haben diese mich gestaltungstechnisch nicht überzeugen können. Aber interessant war es auf jeden Fall.

Auch konnte man Buch-Accessoires entdecken. Geliebäugelt habe ich hier eindeutig mit einem Bookchair. Damit liebäugel ich immer noch. Der hat es mir angetan, ebenso wie das Schreibpult und einige andere bücherfreakische Accessoires. Mitgenommen habe ich allerdings nur zwei kleine Gimmicks für unsere beiden [7 Days 7 Books]-Überraschungsgewinnerinnen. Da ich ja spontan beschlossen hatte, zur Messe zu fahren, habe ich das Paketversenden noch etwas nach Hinten verschoben. Mittlerweile sind beide Pakete gepackt, adressiert und bereit gestellt, damit ich sie am Montag zur Post bringen kann.

Gegen 14.00 Uhr habe ich dann meine zweite Runde durch die Hallen – um sicherzugehen, dass ich nix übersehen habe – beendet und mich auf dem Weg zu meinem Auto gemacht, denn langsam hatten sich bei mir Nahrungsmangel (seit 06.00 Uhr früh nix mehr gegessen) und Erschöpfung vom Non-Stop-Messe-Ablaufen breit gemacht. Glück für mich, denn der Parkplatz war gut gefüllt, aber der Andrang zum Messeverlassen relativ gering. Auch die Heimfahrt entpuppte sich als relativ entspannend, wenn auch wieder einmal zeitweise etwas ärgerlich, weil einige Busfahrer wirklich einen Fahrstil an den Tag legten, der einem die Haare zu Berge stehen lässt und man sich glücklich schätzt, nicht Mitfahrer sein zu müssen. Kurz vor der heimatlichen Haustüre habe ich dann so großes Magenknurren gekriegt, dass ich spontan bei Mäces einmarschierte, einen Cheeseburger verspachtelte und einen Cappuccino trank. Pünktlich zum Kaffeetrinken war ich wieder daheim und freute mich einfach nur noch auf mein Bett. Mir taten so die Beine vom Laufen und die Arme vom Programme und Sünden schleppen weh, dass ich froh war, einfach die Füße hoch machen zu können. -.-

Das Datum für die Buchmesse 2013 (14.03.-17.03.2013) habe ich mir bereits vorgemerkt, ob ich allerdings daran teilnehmen werde, werde ich wieder spontan entscheiden. Dann aber, so steht es fest, nur mit Packesel und unter der Woche! An einem Samstag werde ich mich nicht noch einmal durch die Massen quetschen. 😉

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3 Gedanken zu „[On Tour] Leipziger Buchmesse 2012

  1. *g* und ich hatte mich schon so auf ein paar Fotos gefreut – kann ja niemand ahnen, dass du die nicht so gern magst 😉

    Und du hast dir da einen wirklich schönen und entspannten Tag gemacht (entspannt im Sinne von keinen Zeitdruck machen, nicht möglichst viele Lesungen abzuklappern etc. sondern sich in Ruhe umsehen und die Stimmung auf sich wirken lassen), auch wenn viel los war, aber ich glaube, das wird immer so sein. Die Buchmessen finden immer mehr Anklang und da wird es eher immer voller werden als ruhiger. Und an den Tagen vorher kommt man ja nur rein, wenn man zur Presse gehört, oder vertu ich mich da grade? Ansonsten wäre es wirklich verführerisch für mich mal einen Messebesuch mit nem Kurzurlaub zu verbinden, weil nur für die Messe ist mir die Fahrt doch einen Tick zu weit *g*

    Ein Regalsystem für Dachschrägen könnte ich auch noch gut gebrauchen ^^ ich kann meine Regale nur an die Innenwände stellen und da bleibt halt doch viel Platz ungenutzt unter den Schrägen… da wäre eine gute Idee wirklich Gold wert!
    Ich wünsch dir noch ein schönes und entspanntes Wochenende 🙂

    • Ist alle vier Tage für alle Besucher geöffnet. Als Leipziger (wäre ich einer) hätte ich mir dann wahrscheinlich schon die Dauerkarte geholt, die es für ca. 30,00 € gab. Mit einer Tageskarte von 13,50 € lässt sich dann eine Dauerkarte zum vorgenannten Preis verschmerzen, wenn man alle vier Tage nutzen möchte.

      Du studierst ja noch, da kann ich dich nicht einfach dazu verführen, zur nächsten Messe zu fahren. Will dich ja net in deinem Studium behindern. 😉 Aber es ist schon sehenswert, interessant und so. Eben mal die Atmosphäre schnuppern, ist auch schon was wert.

      Ja, solche Regalsysteme werden wir wohl noch länger suchen müssen. Wahrscheinlich wird sich kaum ein Hersteller mit ungeliebten Dachschrägen beschäftigen wollen. Oder wir müssen beide im Lotto gewinnen, damit wir einen Tischler mit Sonderanfertigungen beauftragen können. *gg*

      • *g* na dann erst Recht – vom Studieren lass ich mich immer gerne ablenken und Kurzurlaube sind da die beste Möglichkeit 😉 und es kommt ja nicht so oft vor, bin ja meistens brav da… oder so…irgendwie.

        Hach bei einer Sonderanfertigung wäre ich sofort dabei. Umso individueller umso schöner, finde ich, grade bei solchen Büchernarren wie wir es sind.

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