[7 Days 7 Books] Tag 2

Heute gibt es meinen Tagespost etwas früher als gestern, da ich mich gerne wieder in die Welt von Kyle Straker lesen will und auch noch die restlichen Seiten am heutigen Tage schaffen möchte.

Wie ich ja gestern angekündigt habe, habe ich bereits gestern Abend mit „0,4“ von Mike Lancaster angefangen. Und das Wort, was die Geschichte von Kyle am ehesten für mich beschreibt, ist ‚strange‘. Keinesfalls ein schlechtes ‚strange‘, sondern ein wirklich positives. Ich bin ehrlich gesagt von der Geschichte an sich ein wenig geplättet und weiß noch nicht so recht, wie ich sie kategorisieren soll. Bisher habe ich gut die Hälfte geschafft, was vielleicht einer der Gründe dafür ist, warum ich es bisher nicht so gut einschätzen kann. Kyle’s Geschichte ist für mich persönlich ein Flashback. Ein Flashback zurück in eine Zeit, als CD’s noch rar waren, Kylie Minogue und Britney Spears regelmäßig in den Charts vertreten waren und die ersten Castingshows sowie die Teletubbies über die Bildschirme flimmerten – und eine Zeit, in der man noch MC’s nutzte, um Sachen aufzunehmen oder anzuhören. Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, ob die jüngeren Generationen überhaupt noch MC’s und VHS’s kennen. Meine Nichten dürfte das schon gar nicht mehr kennen. Es ist erschreckend, wie schnell wie die Zeiten und Gesellschaften sich gewandelt haben. Unglaublich erschreckend und faszinierend zugleich. Der Autor schafft eine faszinierende Welt, wobei ich immer noch rätsele, wann genau die Geschichte spielt (Teletubbies, Britney Spears und die ersten Castingshows im Fernsehen… 2002/2003??). Außerdem äußert sich der Autor in der Geschichte selbst durch seine ständigen Randbemerkungen gesellschaftskritisch über den Gesellschaftswandel und den negativen Folgen. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Kyle in der Ich-Form, die Kyle übrigens der Nachwelt auf MC’s hinterlassen hat. Da diese MC’s sozusagen für die Nachwelt erhalten wurden, nur überarbeitet und mit Editor-Anmerkungen versehen wurden, erleben wir also den Wandel einer Welt aus Sicht von Kyle, seinen Erinnerungen und Erlebnissen. Zwischendurch wird – wie erwähnt – die Geschichte durch Randbemerkungen und Erläuterungen des Editors ergänzt oder besser gesagt unterbrochen. Anfänglich haben mich diese Unterbrechungen in den Wahnsinn getrieben, da mich nicht nur diese, sondern auch das britische Englisch etwas störten. Ich weiß nicht warum, aber regelmäßig habe ich Probleme, vom amerikanischen Englisch ins britische Englisch zu wechseln. Wenn ich es einmal geschafft habe, ist es kein Problem, aber anfänglich tue ich mich immer schwer. Was einer der Gründe ist, warum ich das Buch bisher nicht beendet habe. Es war einfach schwer sich mit den Unterbrechungen und den sprachlichen Veränderungen einzufinden. Aber jetzt habe ich es geschafft und bin gespannt wie ein Flitzebogen, wie die Geschichte von Kyle weitergeht. 😀

Wenn ich den Lancaster durchhabe, brauche ich eindeutig leichtere Lektüre. Schon der Schroeder vom gestrigen Tage war keine einfache, sondern sehr emotionale Lesewahl und der Lancaster jetzt regt immer mehr zum Nachdenken an. Ständig driftet man ab und denkt über die Dinge nach, die einen gesellschaftlich schon seit einiger Zeit stören und man ist froh, auch ähnlich kritische Gedankengänge in dem Werk wiederzufinden, was einem zeigt, dass man manchmal eben doch nicht allein ist mit seinen Ansichten, so verquer sie auch sein mögen. 😉

Aber ich drifte schon wieder ab. Mein nächstes Buch wird eindeutig entspanntere Lektüre werden. Ich liebäugel schon mit „Confessions of a Vampire’s Girlfriend“ von Katie Maxwell (alias Katie MacAlister). ^^

Gleich werde ich noch einmal kurz über eure Blogs schauen und sehen, wie es euch so ergangen ist. Ich bin sooo gespannt.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch einen schönen und vorallem lesereichen Abend.

Liebe Grüße

animasoul

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4 Gedanken zu „[7 Days 7 Books] Tag 2

  1. Ui, das klingt nach anspruchsvoller Lektüre – und dann noch auf Englisch. Ich lese ja gerne auf Englisch, aber ein bisschen anstrengender und langsamer geht es zumindest bei mir doch, von daher: Respekt!
    Übrigens – irgendwie echt irre, dass das schon so sehr wie eine andere Welt erscheint, die Zeit, als Kylie Minogue und die Teletubbies in waren … Allerdings waren CDs da doch längst nicht mehr rar, höchstens das Mittel der Wahl, weil es noch keine Mp3s gab, oder? Und man hatte einen Walkman (ich hab meinen noch, mitsamt der Kassetten!) oder Discman auf den Ohren, keinen iPod. Oder einen Minidisc-Player, wenn man total hip war. 😉
    Ach je, jetzt fühl ich mich alt. *g*

    • *lach* Was denkst du, wie ich mich beim Lesen gefühlt habe?? Steinalt! 😉

      Aber das Buch kann ich wirklich nur empfehlen. Es hat zwar seine kleinen Schwächen, ist insgesamt gesehen aber wirklich herausragend und ungewöhnlich. Und die versteckten gesellschaftskritischen Anmerkungen. O.o Ich glaube zwar, dass die abgerichtete Zielgruppe ab 14 Jahren zwar etwas jung ist, um auch alles zu verstehen, aber an sich kann das Buch nur jedem empfehlen. Wirklich ungewöhnlich und interessant. 😀

  2. ‚0,4‘ hört sich wirklich immer interessanter an. Ich kenne bis jetzt nur Dystopien, die sich mit der zukünftigen Welt und Gesellschaft auseinandersetzen bzw. wie die Entwicklungen von jetzt voran schreiten könnten, eine Dystopie, die so auf der Vergangenheit beruht ist mal was anderes. Oder merkt man der Geschichte die dystopischen Elemente gar nicht so an?
    Es dürfte jedenfalls spannend sein an so manches aus der Kindheit/Jugend erinnert zu werden und ich freue mich schon aufs Lesen. Irgendwann dann, wenn ich das Buch auch habe ^^
    liebe Grüße

    • Wirklich ungewöhnlich und empfehlenswert. Wie soll ich dir den Erzählstil beschreiben? Es ist als wenn du die Geschichte, die jemand vor Jahren/Jahrzehnten/Jahrhunderten aus seiner Perspektive festgehalten hat, liest und die zeitlichen/sprachlichen Veränderungen von jemandem erörtert werden. Es fällt fast nicht auf; man versinkt darin und ist bei Kyle. Letztendlich fragt man sich allerdings, wie viel Zeitunterschied zur eigentlichen (erzählten) Geschichte zum Zeitpunkt des erklärenden Erzählers (in diesem Fall der Editor gleich namensgleich mit dem Autor) besteht.

      Ich sag ja ungewöhnlich. 😀

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