[Review] Webster, Jean – Daddy-Long-Legs

Taschenbuch

Erschienen: 1895

Originaltitel: /

Sprache: Englisch

Seiten: 185

Verlag: Puffin Classics

ISBN: 0-14-037455-8

Preis: ca. 5,99 €

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

About the author:

Jean Webster was the pen name of Alice Jane Chandler Webster (1876-1916), who was born and lived most of her life in New York State. Perhaps it was in her blood that she would write one of the best-loved books of all time, because her great uncle was Mark Twain. Jean Webster had a privileged upbringing and graduated from Vassar College in 1901. Through making charity visits to the poor, she became convinced that well-off children could indeed succeed in life. This idea is developed with humor and style in Daddy-Long-Legs.

Klapptext:

A trustee of the John Grier orphanage has offered to send Judy Abbott to college. The only requirements are that she must write to him every month, and that she can never know who he is. Judy’s life at college is a whirlwind of friends, classes, parties, and a growing friendship with the handsome Jervis Pendleton. With so much happening in her life, Judy can scarcly stop writing!

Meinung:

Ich finde es immer wieder schön, einen zeitlosen Klassiker wie „Daddy-Long-Legs“ zu lesen, der einen nicht einfach nur zeigt, wie anders das Leben vor ca. 100 Jahren war, als die Geschichte der Vollwaisen Judy publiziert wurde, sondern welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Gesellschaft sich herauskristallisieren.

In dem vorliegenden Werk zeigt die Autorin, dass auch ein junger Mensch – in diesem Fall eine heranwachsende junge Frau – intelligent genug ist, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen, aber leider durch ihre persönliche, und somit auch finanzielle, Situation eingeschränkt ist. Auch heute noch gibt es ähnliche Vergleichsbeziehungen in unserer Gesellschaft. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeiten, ihren Kindern meist zu der gewünschten Schulbildung zu verhelfen, weil trotz staatlicher Unterstützungen einfach die finanziellen Möglichkeiten nicht gegeben sind.

Aber die junge Protagonistin der Geschichte erhält dank einem anonymen Gönner die Möglichkeit, ein College – seinerzeit ein reines Frauencollege – zu besuchen mit der Auflage, ihm monatlich Bericht zu erstatten. Diese Briefe sind es, zeitweise unterstrichen mit kleinen kindlichen Zeichnungen, die die Geschichte von Judy, ihren Erfahrungen am College, ihren Freundinnen und ihren Semesterferien sowie ihren Traum, Autorin zu werden, erzählen.

Anfänglich berichtet sie schüchtern über ihren Tagesablauf, ihre Unterrichtsfächer, ihre Noten und ihre Mitschülerinnen. Später werden die Dinge, die Judy ihrem Daddy-Long-Legs anvertraut persönlicher und wirken weniger schüchtern auf den Betrachter. Sogar über ihre Freundschaft zu Jervis Pendleton schreibt sie und darüber, wie sie ihn kennengelernt hat und, dass dieser ein Verwandter einer ihrer besten Freundinnen ist.

Auch, wenn mir persönlich die Briefe zu distanziert, emotionslos und gestellt erschienen, muss man schließlich bedenken, dass zur damaligen Zeit es sich nicht ziemte, frei von der Leber weg seine Gedanken und Gefühle zu offenbaren, sodass es mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht einfach war, die Geschichte von Judy und ihrem Daddy-Long-Legs in Briefform zu schildern, insbesondere den Moment, in dem Judy erkennt, wer ihr Daddy-Long-Legs in Wahrheit ist.

Bewertung:

Ein zeitloser Kinder-/Jugendbuchklassiker, der nicht nur Rückblick in die Vergangenheit gewährt, sondern auch noch gesellschaftskritische Aspekte hervorhebt, die noch auf die Gegenwart übertragen werden können.

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