[Review] Quinn, Devyn – Demon Lover

Taschenbuch

Erschienen: 2011

Originaltitel: Possession

Sprache: Deutsch

Seiten: 301

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

ISBN: 978-3-499-25676-9

Preis: 8,99 €

Altersempfehlung: ab 16 Jahre 

Über die Autorin:

Devyn Quinn lives in the scenic Southwest, though she has called several other states home. She is a huge fan of dark gothic music & shoot-’em-up action movies. But reading is her first love and Devyn spends too much time with history books, as well as feeding her addiction for celebrity biographies. She especially enjoys reading books on Hollywood before the 1960s and is crazy about Marilyn Monroe, her legend and her myth. Devyn lives with her cats, ferrets, and one little single Shih Tzu doggie, Tess.

Klapptext:

In der Familienbibliothek entdeckt Kendra ein uraltes Buch. Es ist eine wertvolle Ausgabe des „Delomelanicon“; angeblich hat Luzifer selbst es verfasst. Sie spürt, dass magische Kräfte von dem Werk ausgehen. Kräfte, die sie in ihren Bann ziehen, sie verführen wollen. Und als der Dämon Remi dem Buch entsteigt, kann Kendra nicht widerstehen: Sie muss sich ihm hingeben. Mit Leib und Seele. Mit Haut und Haar. Mit all ihren heimlichen Gelüsten und Leidenschaften. Zwischen Kendra und Remi entwickelt sich eine Passion, die nicht von dieser Welt ist… 

Meinung:

Auf dieses Buch habe ich mich ehrlich gesagt wahnsinnig gefreut, umso enttäuschter war ich jedoch, als ich das Buch gelesen hatte und feststellen musste, dass der Plot eigentlich eine ganz andere Geschichte verspricht als man sie als Leser geboten bekommt. 

Zuerst einmal entdeckt Kendra das Buch nicht einfach in der Familienbibliothek, sondern es wird ihr von ihrem psychopathischen Stiefbruder freudestrahlend unter die Nase gehalten, da er dies erst kürzlich für mehrere Millionen erworben hat, während seine Schwester ihre Zeit im Entzug und der Psychiatrie verbracht hat. Der nächste Punkt ist, dass Kendra nicht mit dem Buch „herumspielt“, sondern der Dämon Remi von ihrer geistigen Instabilität und Naivität magisch angezogen wird. Während dessen Kendra sich mit Shoppen und der Frage, ob Remi nur eine Sinnestäuschung ist, beschäftigt, geschehen um Kendra herum Dinge des alltäglichen Lebens, die sie nicht wahrzunehmen scheint, aber ihr Leben bedrohen. Und wofür wird Kendra sich entscheiden: Leben oder Wahnvorstellung?

Die Autorin legt mit „Demon Lover“ einen flüssigen, angenehmen und dennoch recht distanzierten Erzählstil an den Tag, der sich zwar gut lesen lässt, aber nicht überzeugt. Die erotischen Szenen zwischen Kendra und Remi wirken wenig knisternd und leidenschaftlich als vielmehr kühl und klinisch, wenn auch gut durchdacht. Auch die Szenen zwischen Kendra und ihrem Stiefbruder Gerald wirken emotionslos und platt. Die Beinahe-Inszest-Szenen waren meiner Ansicht nach nicht handlungsrelevant und wurden mit einer Gefühlskälte dargestellt, die Unverständnis in mir hervorrief. Neben der Geschichte von Remi und Kendra versuchte die Autorin die Geschichte mit Krimi-Anteilen „aufzupeppen“, der das Gesamtwerk nicht nur oberflächlicher und durchscheinender, sondern auch komplett unüberlegt erscheinen lässt. 

Ebenso wie Handlung und sprachliche Umsetzung kann auch das spärliche, flache und eindimensionale Charakterdesign nicht überzeugen. Allein die Protagonistin, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, ist so unrealistisch und farblos dargestellt, dass sich mir hier wieder die Frage aufdrängt, ob sich die Autorin auch nur im Entferntesten Gedanken über ihre eigene Geschichte gemacht hat. Wer findet schon eine Protagonistin, die aus reichem Hause kommt und die beste Bildung genossen hat (und sogar studiert hat), überzeugend, wenn diese sich den alltäglichsten Dingen blind gegenüberstellt, wie z.B. der Tatsache, dass ihr geldgieriger Bruder ihr Dokumente zum Unterzeichnen vorlegt und ihr einredet, es seien nur Versicherungsunterlagen, statt die Vollmacht für die Treuhandgesellschaft. Da würde doch jeder stutzig werden, insbesondere dann, wenn an allem so beträchtlich viel Geld hängt. Auch der Tatsache, dass ihr Bruder versucht, sie als hysterische, alkoholabhängige Psychopatin darzustellen, scheint die Protagonistin gegenüber blind zu sein. Einzig ihr Aussehen und ihre „Wahnvorstellung Remi“ scheinen sie zu interessieren. 

Potential ist zwar in der Grundidee vorhanden, was meiner persönlichen Ansicht nach von der Autorin jedoch völlig falsch genutzt wurde. Gerne hätte ich mir eine feurige Liebesgeschichte mit entsprechender knisternder Erotik gewünscht, statt einem Versuchswerk von halber Liebesgeschichte und halber, abgehalfterter Kriminalgeschichte. Rein die Konzentration auf eine Liebesgeschichte hätte ausgereicht, wenn diese vor Leidenschaft gebrannt hätte. 

Bewertung:

Eine seichte Liebesgeschichte mit schwachem Krimi-Background ohne knisternde Erotik, dafür aber mit klinischen Intimszenen. 

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2 Gedanken zu „[Review] Quinn, Devyn – Demon Lover

  1. Hach, ich bin gerade doppelt so froh, dass ich das Buch noch rechtzeitig von meiner Wunschliste gestrichen habe. Du hattest mir ja damals nur kurz gesagt, was dich an dem Buch stört und schon da war bei mir die Neugierde und Vorfreude verflogen…

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