[Review] Dixon, Heather – Entwined

Gebundene Ausgabe 

Sprache: Englisch

Erschienen: 2011

Originaltitel: –

Seiten: 472

Verlag: Greenwillow 

ISBN: 978-0-06-200103-0

Preis: ca. 12,40 €

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

 

 

Über die Autorin: 

Heather Dixon grew up in a large family with four brothers and six sisters. She is a storyboard artist as well as a writer, and lives in Salt Lake City, Utah. The Viennese waltz is her dance of choice. 

 

 

Klapptext: 

Azalea is trapped. 

Just when she should feel that everything is before her… beautiful gowns, dashing suitors, balls filled with dancing… it’s taken away. All of it. 

The Keeper understands. He’s trapped, too, held for centuries within the walls of the palace. And so he extends an invitation. 

Every night, Azalea and her eleven sisters may step through the enchanted passage in their room to dance in his silver forest. 

But there is a cost. 

The Keeper likes to keep things.

Azalea may not realize how tangled she is in his web until it is too late. 

 

 

Inhalt: 

Für Azalea, der ältesten Prinzessin des Königreiches Eathesbury, sollte eigentlich ein neuer Lebensabschnitt mit Bällen, schönen Kleidern und einer Menge Verehrern beginnen, doch stattdessen beginnt für sie und ihre Schwestern ein düsteres Jahr, in dem den Prinzessinnen wegen der harten Trauerbestimmungen des Königreiches keine einzige Freude vergönnt zu seinen scheint. Die Trauerbstimmungen verbieten es Azalea und ihren Schwestern sogar ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Tanzen, welche die Erinnerung an ihrer gerade erst kürzlich verstorbene Mutter wachhält, auszuüben.

Doch währen der König schon kurz nach der Beerdigung seiner Frau entschlossen in den Krieg gegen ein feindliches Königreich zieht, bleiben die 12 Prinzessinnen zurück und finden durch Zufall eine magische Passage, die ihnen die Möglichkeit bietet, im Geheimen zu tanzen. Keeper, der Hüter des silbernen Waldes und des Zufluchtorts der Prinzessinnen, lädt die Prinzessinnen dazu ein, jede Nacht zum Tanzen in den verborgenen Pavillon des magischen Wäldchens zu kommen. Doch schon bald, nachdem die Prinzessinnen Vertrauen zu Keeper gefasst haben, beginnt dieser sein wahres Gesicht zu zeigen und fordert die Prinzessinnen auf, eine Möglichkeit zu finden, ihn aus seinem Gefängnis zu befreien. Sollten die Prinzessinnen es nicht schaffen, ihn zu befreien, droht er, gegen diese gewaltsam vorzugehen und die gestohlenen Erinnerungsstücke an deren Mutter auf ewig einzubehalten. Gebunden durch ihr Versprechen, niemals jemandem von Keeper und der magischen Passage zu erzählen, versuchen die Prinzessinnen widerwillig eine Möglichkeit zu finden, Keeper die Freiheit zu bringen. 

Während ihrer Suche nach dem magischen Objekt, welches Keeper die Freiheit schenken könnte, geschieht ein Unfallmit einem königlichen und zugleich magischen Artefakt. Dies zerbricht und befreit Keeper aus seinem magischen Gefängnis. 

Können die Prinzessinnen es schaffen, ihn erneut in sein magisches Gefängnis einzusperren und damit das Königreich vor einer drohenden Tyrannenherrschaft bewahren? 

 

 

Meinung: 

„Entwined“ von Heather Dixon besitzt nicht nur eine wunderschöne Aufmachung hinsichtlich des Covers, sondern auch der Inhalt und die umgesetzte Neuinszenierung des slawischen Märchenklassikers der 12 tanzenden Prinzessinnen kann mit der äußerlichen Verzierung mithalten. 

Auf eine ungemein kreative Art erzählt die Autorin das Märchen auf ihre Weise und entführt den Leser anfänglich in eine fröhlich klingende Geschichte, die sich nach und nach, je mehr man über die Geschichte, seine Charaktere und Historie erfährt, immer mehr verdüstert und so eine Atmosphäre schafft, die den Leser einfach nicht mehr loslässt. Beginnend erleben wir als Leser den fröhlichen Ball, der nur in Azaleas Gedanken um die Sorge um ihre Mutter verdüstert wird, gefolgt von dem Tod der Mutter und der getrübten Freude über die Geburt der 12. Prinzessin, folgend von der Entdeckung, dass sie ihrem Vater egal sind, fliehen die Prinzessinnen sozusagen in ihre eigene Welt und erleben dort mehr Grausamkeit, Gewalt, Hass und Angst als sie es jemals für möglich gehalten hätten. 

Die sich während des Handlungsverlaufes, der sich anfänglich nur mit dem Alltag der Prinzessinnen beschäftigt und dem damit verbundenen R.B. (= Royal Business), immer mehr düster werdende Geschichte wird nur durch den Einfallsreichtum der Autorin, der sich in den spontanen Albernheiten der Prinzessinnen widerspiegelt, der einen passenden Kontrast zur Düsterheit darstellt und dem Leser das ein oder andere Grinsen ins Gesicht zaubert, aufgelockert. Um euch einmal aufzuzeigen, wie diese Albernheiten der Prinzessinnen (und ihr könnt mir ruhig glauben, wenn ich sage, dass es da eindeutig mehr von gibt – in verschiedenen Ausführungen versteht sich) aussehen, hier einmal ein paar „kurze“ Auszüge einer der Szenerie: 

„Kale, next to Lord Bradford, had eaten one piece of potato and seemed no longer hungry. She stood on her chair and reached for Lord Bradford’s wine. When he moved it out of reach, she pouted and sat down hard on her chair. Then she snuggled up to him, rubbed her cheek against his arm and bit him. Lord Bradford inhaled sharply. […]“ (S. 171/172; Auszug aus einem Dinner der könglichen Familie mit dem Premieminister Fairweller and Lord Bradford)

„Azalea caught a glimpse of what Bramble was writing on her napkin, faint in Delphinium’s violet pencil: We still have your watch. You can have it back tonight. All you need to do is sneak up after dinner, set the tower, and flee the country. Agree? Azalea burned with embarrassment as Bramble folded the napkin around the pencil and passed it to Lord Bradford with the rolls.“ (S. 171/172; Auszug aus einem Dinner der könglichen Familie mit dem Premieminister Fairweller and Lord Bradford)

 

„Naturally-“ said Azalea, relieved. She piched his had from the gravel and helped him with the books. „Sorry. I just had to apologize. About tonight. Honestly, we don’t kick or bite or throw potatoes at all our guests.“ (S. 175; Auszug aus einem Gespräch zwischen Azalea und Lord Bradford nach dem königlichen Dinner)

 

Wie man aus diesen kurzen Auszügen erkennen kann, sind die Prinzessinnen alle für sich sehr lebensfrohe Mädchen, die sich nicht davon einschüchtern lassen, dass sie eine gewisse Verpflichtung zu erfüllen haben. Denn die Geschichte der 12 Prinzessinnen von Eathesbury ist alles andere als eine fröhliche Märchengeschichte. In ihr verbirgt sich auch die Anmerkung, dass auch Prinzessinnen es nicht einfach haben und gewissermaßen zwar einige Annehmlichkeiten genießen – selbst wenn es sich um Prinzessinnen eines recht armen Königreiches handelt – dennoch auch vor ihrer Verantwortung nicht einfach davonlaufen können. So ist es ihnen – insbesondere der ältesten Prinzessin – nicht vergönnt, sich ihren Mann selbst auszusuchen, sondern es muss stets durch das mitregierende Parlament mit entschieden werden, ob der entsprechende „Anwärter“ auch geeignet – und auch wohlsituiert genug – ist. 

Was ich als Leser der Geschichte von Azalea und ihren Schwestern so toll fand, und das muss man einfach so sagen, ist, dass es nicht einfach heißt in einem fernen Königreich, sondern, dass die Autorin hier selbst genau bestimmt, um welches (fiktive) Königreich es sich handelt und, dass es ebenso eine Geschichte zu dem Königreich gibt, welche in der Geschichte wiedergegeben wird. Ebenso habe ich es als positiv empfunden, dass man die Prinzessinnen als ganz normale Mädchen (wenn auch mit einer Menge Flausen im Kopf) dargestellt hat und ebenso durch die Autorin problematisiert worden ist, dass Prinzessin sein eben doch kein Traumjob ist. 

Dennoch muss ich anmerken, dass die Geschichte bis der dunkle Part einsetzt, doch etwas langsam voranschreitet – worüber ich aufgrund des fließenden und mitreißenden Erzählstils der Autorin leicht hinwegsehen konnte – und erst dann, als Keeper anfängt sein wahres Ich zu zeigen, die Handlung beginnt schlagartig düsterer zu werden und Spannung aufzubauen. Bis zu diesem Zeitpunkt allerdings, wie bereits erwähnt, dümpelt die Geschichte sozusagen vor sich hin und man lernt erst einmal die Prinzessinnen und ihr Leben besser kennen. Wo wir dann auch gleich beim Thema Charaktergestaltung wären. 

Die Prinzessinnen, die ja sozusagen die Hauptfiguren der Geschichte darstellen, sind zwar alle recht wohl durchdacht und liebevoll umgesetzt, dennoch fehlt es ihnen – was in Ermangelung dessen, dass hier wirklich sehr viele Charaktere auftreten – an Tiefe fehlt. Man fühlt sich zwar in ihrer Geschichte gefangen, aber dennoch kommen die Emotionen nicht wirklich beim Leser an. Auch sind die in Vielzahl auftretenden Charaktere ein Grund dafür, warum man zeitweise in der Geschichte selbst stoppt, weil man überlegt, in welcher Beziehung einer der gerade auftretenden Charaktere zu welcher Handlung steht. Auch sind die Prinzessinnen zeitweise etwas unübersichtlich und man lernt die Namen der Prinzessinnen erst mit der Zeit beim Lesen kennen. Eine mir schon aus diversen anderen Romanen bekannte Strategie wurde hier durch die Autorin verwendet, um dem Leser etwas zu vereinfachen, sich die Namen und damit die Reihenfolge, in der sie geboren worden sind, zu merken. A für die erstgeborene und L für die zuletztgeborene Prinzessin.

Insgesamt gesehen ist die Umsetzung der Geschichte in Verbindung mit dem Charakterdesign gut durchdacht und umgesetzt, dennoch findet sich für mich persönlich in der Erzählung ein Kritikpunkt. Der „finale“ Kampf entpuppte sich, entgegen dem Rest der Handlung, weniger wohl strukturiert und umgesetzt durch die Autorin. Er wirkte auf mich zweitweise sehr chaotisch und verwirrend, so als wüsste die Autorin selbst nicht recht wie sie diesen darstellen sollte. 

Trotz allem ist „Entwined“ eine unglaubliche fesselnde und interessante Neuinszenierung eines Märchenklassikers, die nicht nur für absolute Märchenfans lesenswert ist. 

 

 

Bewertung: 

Eine düstere Neuinszenierung des bekannten slawischen Märchenklassikers der 12 tanzenden Prinzessinnen, die nicht nur für Märchenfans lesenswert ist. 

 
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