[Review] Mead, Richelle – Dornenthron (Dark Swan 2)

Taschenbuch

Sprache: Deutsch

Originaltitel: Thorn Queen

Erschienen: 2010

Seiten: 358

Verlag: LYX

ISBN: 978-3-8025-8212-7

Preis: 12,95 €

Altersempfehlung: ab 16 Jahre

Über die Autorin: 

Richelle Mead wurde in Michigan geboren und lebt heute in Seattle. Sie hat Kunst, Religion und Englisch studiert. Alles begann mit Geschichten über Einhörner und Zauberer, die sie schon als kleines Kind schrieb. Dem Erfolg ihres ersten Romans „Succubus Blues“ schloss sich die Roman-Serie „Vampire Academy“ an. Mit ihr gelang ihr auf Anhieb der Sprung auf die amerikanische Bestsellerliste.

Klapptext: 

Seit die Schamanin Eugenie Markham den Feenkönig Aeson besiegt und sein Reich für sich beansprucht hat, steht sie zwischen zwei Welten. Ihre neue Rolle als Königin des Dornenlandes bereitet ihr einiges Kopfzerbrechen. Eigentlich wollet sie ihr altes Leben weiterführen und sich nicht zu sehr in die politischen Intrigen der Anderswelt verstricken lassen. Aber das Wohlergehen ihres Reiches und das seiner Bewohner ist auf magische Weise an sie gebunden, und Eugenie stellt fest, dass sie ihren neuen Untertanen nicht gleichgültig gegenübersteht. Die gewaltigen magischen Kräfte, die langsam in ihr erwachen, stellen zudem eine große Versuchung dar: Nur wenige in der Anderswelt könnten ihr widerstehen, wenn sie das Erbe ihres Vaters, des Sturmkönigs, antreten würde. Doch auch ihre Gefühlswelt gerät ziemlich durcheinander. Ihr Geliebter Kiyo verbringt neuerdings viel Zeit mit seiner schwangeren Exfreundin, und der mächtige Feenkönig Dorian übt noch immer eine starke Anziehungskraft auf Eugenie aus. Als plötzlich Mädchen aus ihrem Königreich entführt werden, muss Eugenie der Sache auf den Grund gehen. Dabei trifft sie auf einen besonders perfiden Gegner, der es offenbar auf sie persönlich abgesehen hat…

!!! Achtung: Der weitere Beitrag enthält möglicherweise Spoiler. Weiterlesen also auf eigene Gefahr. 😉 !!!

Inhalt:

Eugenie hat nicht nur daran zu knabbern, dass sie die Tochter des sagenumwobenen Sturmkönigs ist, sondern auch nun auch nach dem Tod von Aeson sein Land geerbt hat und zur Dornenkönigin geworden ist. Gern würde sie sich an ihren Stiefvater wenden, doch leider ist das nicht möglich, da dieser die Feinen verabscheut und sicherlich nicht sehr davon begeistert wäre zu erfahren, dass sie nun ebenfalls ein Teil der Anderswelt ist. 

Doch zu diesem Problem kommen noch ein paar andere: Kiyo, ihr Geliebter, wird Vater von einer anderen Feinenkönigin. Schwerlich gelingt es ihr, mit der Situation umzugehen und der Schmerz, dass ihm Maiwenn möglicherweise mehr bedeuten könnte, da ein Kind die beiden verbindet, ist fast unerträglich. Zudem wird Eugenie immer mehr in die Welt der Feinen und die Angelegenheiten ihres Königreiches mit einbezogen. Sie kann ihre Untertanen und das Land nicht sich selbst überlassen und versucht, nachdem ein paar ihrer Untertanen sie darauf aufmerksam gemacht haben, herauszufinden, wer die Dorfmädchen nahe des Vogelbeerlandes entführt. Während ihrer Nachforschungen scheint es, entfremdet sich Eugenie zusehends von Kiyo und fühlt sich von diesem unverstanden. Der Einzige, der ihr Halt und Verständnis entgegenbringt, scheint Dorian zu sein. Doch kann sie ihm trauen?

Dann ist da noch das Problem, dass ihre Untertanen Durst und Hunger leiden, da sie ein Leben in einer Wüste nicht gewohnt sind. Auch hier versucht Eugenie, alles, um zu helfen. Dazu nutzt sie ihre Fähigkeiten Wasser aufzuspüren und gibt den Menschen Hinweise darauf, an bestimmten Stellen Brunnen anzulegen. Unerwartet unterstützt sie hierbei Leigh, der Prinz des Vogelbeerlandes, der Gerüchten zufolge zwar keine besonderen magischen Fähigkeiten besitzen soll, dafür aber ein unglaubliches Verständnis für Wissenschaft und Technik. Dankbar und zum Wohl ihres Landes nimmt sie die Hilfe an.

Doch während ihres ersten Aufenthaltes in Westoria, eines der kleinen Dörfer am Rande zum Vogelbeerland, ist Eugenie von einem Elternpaar darauf aufmerksam gemacht worden, dass immer wieder Mädchen verschwinden – so wie auch die Tochter besagten Elternpaares. Eugenie entschließt sich Nachforschungen anzustellen und stolpert dazu über eine Banditengruppe, die in der Nähe ihr Unwesen treibt. Die Banditen scheinen nicht besonders stark zu sein und so entschließt sie sich, diese mit ein paar ihrer Soldaten festzunehmen und zu den verschwundenen Mädchen auszufragen. Als diese dann aber plötzlich Feuerdämonen zu Hilfe rufen, müssen sich Eugenie und Co. zurückziehen. Doch trotz allem gelingt es ihnen zwei der Räuber gefangen zu nehmen und zur Befragung mit ins Schloss zu nehmen. Doch bei der Befragung scheinen sie nicht voranzukommen, denn die festgenommenen Räuber bestreiten, mit der Sache zu tun zu haben. Und dann ist das verschwundene Mädchen plötzlich wieder da und fürchtet sich anscheinend vor Eugenie und Menschen. Eugenie, die trotz des Auftauchens weiter nachforscht, gerät plötzlich selbst in den Hinterhalt des Strippenziehers und wird entführt…

Kann sie sich befreien? Werden Kiyo, Dorian oder Roland ihr zu Hilfe kommen? Wer und warum steckt hinter diesen Mädchenverschleppungen?

Meinung: 

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich den ersten Band der Dark Swan-Reihe noch genüsslich verschlungen habe, während ich dem zweiten schon eher abwehrend und abgeneigt, aufgrund der Entwicklung der Geschichte, gegenüberstand. Schnell schlug meine Stimmung von freudiger Erwartung in bittere Enttäuschung um.

Während die Protagonistin mir noch im ersten Band als eine selbstbewusste, starke und aktive junge Frau, die mit sich und ihren Gefühlen im Reinen steht und demnach auch überlegen und kühn handeln kann – trotz ihrer impulsiven Art, sich in jeden Kampf zu stürzen – sympathisch war, änderte dies sich schnell im zweiten Band. Dass sie zwar nicht die Königin des Dornenlandes sein wollte, kann ich verstehen, aber nun ist es einmal so gekommen und Eugenie hätte sich mit der Situation auseinandersetzen müssen. Stattdessen überlässt sie alles ihren „Untertanen“ selbst und macht sich um das eigentliche Volk, was das Leben in einer Wüste nicht gewohnt ist, keine Gedanken. Nur durch Zufall wird sie auf die Notsituation ihres Volkes aufmerksam. Dass sich die Protagonistin zuerst nur in ihrer eigenen Gefühlswelt verbarrikadiert und ihr Umfeld von sich weist, war schon ein herber Schlag, der sie mir zusehends unsympathischer gemacht. Zudem kam ihr Unverständnis für ihren Freund Kiyo, der nun Vater geworden ist, noch hinzu. Ständig nörgelte sie in Gedanken rum, dass er sie nicht verstehen würde. Doch selbst auf die Idee zu kommen, sich vielleicht einmal in seine Situation hineinzuversetzen, ist ihr nicht gekommen. Kiyo hat es vielleicht auch nicht einfach, dass nicht seine derzeitige Lebensgefährtin von ihm schwanger ist, sondern seine Ex.

Nächster Punkt auf der Tagesordnung, der mir die Protagonistin unsympathisch gemacht hat, war, dass sie Kiyo fast mit Dorian betrogen hat. Über ihren „kleinen Ausrutscher“ verliert sie Kiyo gegenüber nicht einmal ein Wort, ständig soll immer nur er verstehen, was in ihr los ist. Was allerdings nicht gerade einfach ist, wenn sie nie über ihre Gefühle spricht und ständig alle Sorgen in sich hineinfrisst. Dass Dorian natürlich ihre Situation erfasst und versucht, diese zu seinen Gunsten zu nutzen, ist klar.

Auch erscheint ihre weitere Charakterentwicklung immer mehr ins Negative abzurutschen. Sie wirkt schwach, impulsiv, launisch und handelt teilweise recht unüberlegt, was man aus dem ersten Band von ihr überhaupt nicht kannte.

Auch ist von dem Humor, den man noch im ersten Teil gefunden hatte, nichts mehr übrig. Die Stimmung wirkt düster, trist und nebulös. Zudem wirkt die gesamte Handlung recht undurchdacht und unstrukturiert. Genauso wie die Entwicklung der Gefühlswelt der Protagonistin.

Zwischen Dorian und ihr gab es zwar immer kleine Zwiste, aber bei diesen hatte man Leser stetig im Gefühl, dass diese zwar für die Protagonistin anregend sind, aber sie dennoch abstoßen. Dass ihr dann urplötzlich der Gedanke in den Sinn kommt, dass sie Dorian liebt, wirkt unrealistisch und scheinheilig. Für mich als Leser hat sich das irgendwie falsch angefühlt. Einfach nicht so, wie die Geschichte und deren Entwicklung sein sollte.

Zweischneidig und abschreckend traf mich auch die Erfahrung, die Eugenie durchleben musste. Ständig hat man zwar davon gelesen, dass einige Geschöpfe aus der Anderswelt darauf aus waren, sie zu vergewaltigen um sie zu schwängern, doch das dies tatsächlich passieren könnte, habe ich als Leser nicht geglaubt. Doch es passierte und die Autorin ist für meinen Geschmack einfach zu unsensibel an diese Thematik herangegangen. Sie ist zu wenig darauf eingegangen, was in Eugenies Innerem vor sich geht und wie sie selbst mit der Situation fertig wird. Stattdessen wird nur rein oberflächlich geschildert, dass sie sich bei ihren Eltern ein paar Tage verkrochen hat, niemanden außer ihrer Mutter an sich herangelassen hat und dann wieder in die Anderswelt geschlüpft ist, um sich mit Dorian zu vergnügen. Das fand ich am Bittersten und am wenigsten überzeugend. Welche junge Frau würde sich nach einer solchen Erfahrung gleich auf den nächstbesten Kerl stürzen? Also, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass jemand so etwas wirklich tun würde. Ihr etwa?

Bewertung: 

Ein schwacher zweiter Teil, der dem ersten Band der Dark Swan-Reihe nicht einmal im Ansatz das Wasser reichen konnte. Enttäuschend und schwach war auch das Charaktersetting – weder die Protagonistin noch einer der Nebencharaktere stach glanzvoll aus der Masse heraus und ist mir in positiver Erinnerung geblieben. Nach diesem Band bin ich wirklich hart am Überlegen, ob ich diese Reihe nicht auf Eis lege.

Infos zur Reihe:

  1. Dark Swan 1: Sturmtochter (bereits erschienen)
  2. Dark Swan 2: Dornenthron (bereits erschienen)
  3. Dark Swan 3: Feenkrieg (erscheint im August 2011)
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Ein Gedanke zu „[Review] Mead, Richelle – Dornenthron (Dark Swan 2)

  1. Das hört sich ja gar nicht gut an. Ich bin generell kein Fan von Serien, bei denen die Heldin zwischen zwei Männern steht und sich nicht wirklich für einen entscheidet. Daher hatte ich diese Serie beim Lesen der Synopsis vor ein paar Wochen auch für mich abgelehnt. Und wenn ich lese, wie die Vergewaltigung behandelt wurde, bin ich auch sehr froh darüber.

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