[Review] Puschkin, Alexander – Jewgeni Onegin

Taschenbuch

Originaltitel: Evgenij Onegin

Erschienen: 1999

Sprache: Deutsch

Seiten: 230

Verlag: insel taschenbuch

ISBN: 978-3-458-34224-3

Preis: 9,00 €

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

 

 

Über den Autor:

Der Rang, den Alexander Puschkin in der Weltliteratur hat, begründet sich neben der Lyrik auch auf „Jewgeni Onegin“, einem Versroman, in dem Puschkin „mit einem einzigen Griff, in der treffenden Weise, mit dem scharfsinnigen Blick, den Kern des russischen Wesens erfasst und dargestellt“ hat, wie Fjodor Dostojewski 1880 schrieb. „Jewgeni Onegin“ ist mehr als nur die unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem großstädtischen Dandy Jewgeni Onegin und der Schönheit vom Lande Tatjana Larina: Es ist die erste umfassende Schilderung der russischen Gesellschaft und war Vorbild für Pjotr Tschaikowskis berühmte Oper.

 

 

Klapptext (Buchrückseite):

„Jewgeni Onegin“ ist mehr als eine Liebesgeschichte: Es ist die Enzyklopädie der russischen Welt – bis in die Gegenwart.

 

 

Inhalt:

Der Dandy Jewgeni Onegin ist ein Mann aus reicher Familie und schnell gelangweilt von Gesellschaften, Festen und den Menschen in seiner Umgebung. Daher hat er sich nach dem Tod seines Onkels, der ihn zu dem Erben seines ländlichen Guts erklärt hat, dazu bereit erklärt, dieses auch zu führen. Dort lernt er einen Dichter kennen, der ganz vernarrt ist in die Nachbarstochter, mit der er auch schon seit Kindertagen befreundet ist. Dieser bringt Jewgeni dazu, sich ebenfalls mit der Nachbarsfamilie anzufreunden, obwohl dieser in der gesamten Nachbarschaft verrufen ist. Die junge Tatjana verliebt sich unsterblich in Jewgeni. Doch dieser erwidert ihre Gefühle nicht und amüsiert sich über dieses kindliche Gefühl. Auf der Geburtstagsfeier von Tatjana tanzt Jewgeni mit der hübschen Schwester von Tatjana und zieht sich den Zorn seines Freundes zu, der ihn daraufhin aus Eifersucht zu einem Duell herausfordert. Im Gefecht dieses Duells erschießt Jewgeni den Freund und verlässt die Gegend unverzüglich ohne zurückzublicken.

Jahre später ist er auf einer Gesellschaft eingeladen und die dortige Gastgeberin, die Ehefrau eines Generals, kommt ihn bekannt es vor. Es ist Tatjana, die junge Frau, die ihm einst ganz unverblümt ihre Liebe gestand. Bezaubert von ihrer nun nicht mehr schlichten Schönheit, Gewandtheit und ihrem selbstbewussten Auftreten, verliebt er sich in sie und schreibt ihr in zahlreichen Briefen und Gedichten von seiner tiefen Liebe. Doch Tatjana ist verheiratet mit einem General und lässt sich nicht auf Jewgeni ein, sondern ignoriert ihn permanent. Enttäuscht von ihrem Verhalten, stellt er sie zur Rede. Nach dem Gespräch ist er zwar schlauer, doch in größerer Gefahr denn je…

 

 

Meinung:

„Jewgeni Onegin“ von Alexander Puschkin erschien 1825-1833 in Originalausgabe unter dem Titel „Evgenij Onegin“ in Petersburg. Die vorliegende Übertragung erschien erstmals unter dem Titel „Jewgeni Onegi“ 1980 im Wilhelm Schmitz Verlag, Gießen.

Im Gegensatz zu dem, was wir als Leser gewohntermaßen von traurigen Liebesgeschichten kennen, ist dies eine Liebesgeschichte, die tatsächlich in Versform erzählt wird. Ich wusste anfangs absolut nicht, was mich erwartete, doch schon nach ein paar Seiten war ich von der Versform so fasziniert, dass ich das Buch ganz fix durch hatte. Nachteil an der Sache war, dass ich dann eine Weile Probleme hatte, die Verse wieder aus meinem Kopf zu kriegen.

Der Autor erzählt in dem hier vorliegenden und recht kurzen Werk nicht nur die Geschichte von Jewgeni und Tatjana, sondern auch die des Dichters und zeitweise auch die des Autors selbst. Ich war sehr überrascht, wie viele Parallelen der Autor zu seinem eigenen Leben preisgibt und zieht. Er beruft sich stets darauf, dass er das Einzelgängertum des eigentlichen Protagonisten sehr gut aufgrund persönlicher Erfahrungen nachvollziehen kann, was ihm den Leser zwar näher bringt, sich aber völlig von der Geschichte entfremdet.

Zwar fand ich hier doch auch die eine oder andere gesellschaftskritische Äußerung, die wir in jedem Land finden – Sprach- und Kulturentfremdung -, dennoch – und dies lässt sich sicherlich mit meinem mangelnden Wissen über die russische Kultur erklären – kann ich die Meinung, dass es sich hierbei um „die Enzyklopädie der russischen Welt – bis in die Gegenwart“ handeln soll, nicht teilen. Sollte mir das jemand erklären können, habe ich natürlich jederzeit ein offenes Ohr (bzw. eMail-Fach).

 

 

Bewertung:

„Jewgeni Onegin“ ist einfach ein Leseerlebnis der besonderen Art, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft.

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Ein Gedanke zu „[Review] Puschkin, Alexander – Jewgeni Onegin

  1. Sie haben mich mit Ihrer Begeisterung, wieder neugierig auf Puschkin gemacht. Seine Verse sind eigentlich nicht so mein Geschmack. Vielleicht tu ich mir mal den Onegin an. Das bescheidene Prädikat "die Enzyklopädie der russischen Welt – bis in die Gegenwart" hat sicherlich ein Russe formuliert oder jemand der sich zu wesentlichen Teilen als Russe fühlt. Ich kenne mich bei Puschkin nicht besonders gut aus. Die russische Literatur des 19. Jahrhunderts ist mir jedoch nicht völlig fremd. Auch nicht der Umgang der Russen mit ihren Helden. Als solche werden Puschkin, Tolstoi, Dostojewski u.a. fast ausnahmslos betrachtet und behandelt bis zum heutigen Tage. Es besteht ein Kult um diese Personen. Sie sind auch kaum kritisierbar, will man sich nicht herbe Kritik zuziehen. Dies ist jedoch nur mein persönlicher Eindruck.Wenn ich das Prädikat "die Enzyklopädie der russischen Welt – bis in die Gegenwart" vergeben müsste, bekäme es Dostojewski und oder sein Werk. Man sieht 😉 wo die Liebe hinfällt . . . .Wenn Sie wissen möchten weshalb ich zu dieser Ansicht gelange, schauen Sie hier doch einfach mal nach: http://dostojewski.npage.de/Wer sich an Puschkin herantraut und zudem noch Gefallen daran finden kann, für sollte sich ein Besuch der Seite sicherlich lohnen.

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