[Review] Amber, Elizabeth – Die Nacht des Satyrs

Taschenbuch

Erschienen: 2010

Sprache: Deutsch

 

Originaltitel: Raine

Seiten: 411

Verlag: Knaur

 

ISBN: 978-3-426-50696-7

Preis: 8,95 €

Altersempfehlung: ab 18 Jahren

 

 

Über die Autorin:

Elizabeth Amber ist das Pseudonym einer erfolgreichen amerikanischen Autorin, die mit „Der Kuss des Satyrs“ ihren ersten Romantic-Fantasy-Roman geschrieben hat. Elizabeth Amber lebt mit ihrem Ehemann und zwei Katzen in der Nähe von Seattle.

 

 

Klapptext (Buchrückseite):

Venedig im 19. Jahrhundert: Im Auftrag des Feenkönigs soll Lord Raine Satyr dessen halbmenschliche Tochter Jordan ehelichen. Raine ist nicht gerade begeistert, ist seine erste Ehe doch katastrophal gescheitert. Deswegen ist er auch entschlossen, Jordan zu verheimlichen, dass er sich einmal im Monat in einen Satyr, einen unersättlichen Naturgeist, verwandelt. Doch Jordan hat selbst ein Geheimnis, das sie um jeden Preis für sich behalten will…

 

 

Meinung:

Ich weiß ehrlich gesagt bis heute nicht, warum ich auch das zweite Buch „Die Nacht des Satyrs“ von Elizabeth Amber aus deren Satyr-Reihe gelesen. Vielleicht hatte ich einfach bis zum Schluss die Hoffnung, dass es einfach besser wird als sein Vorgänger. Doch meine Hoffnungen – sollten sie denn dagewesen sein – wurden schnell zunichte gemacht.

Genau wie bei dem ersten Band der Reihe kann ich auch hier einfach nur unmissverständlich versuchen klarzustellen, dass es sich hier um keinen Fantasyroman handelt, sondern ausschließlich um einen Erotikroman, der sich fantastischen Elementen bedient. Allein diese Tatsache dürfte ja wohl schon nahezu dazu ausreichen, eine Altersempfehlung ab 18 Jahren zu begründen. Doch nicht nur deswegen, sondern auch wegen bestimmter auftretender Charaktere – und hierbei schließe ich die Protagonisten ausdrücklich mit ein – sowie deren teilweise doch sehr „ungewöhnlichen“ Neigungen, die zeitweise den Rahmen des Vorstellbaren sprengen.

Auch hier verzichte – wegen mangelnder Handlung – darauf, eine Inhaltsangabe der Geschichte wiederzugeben. Verzichten tue ich hier ebenfalls zur Unterstreichung meiner Ansichten auf Zitatanführungen, denn aus Jugendschutzgründen versuche ich meinen Blog nach wie vor relativ jugendfrei zu halten. Ich denke, dass dies eurerseits sicherlich auf Verständnis stößt.

Leider hat sich auch an der schwachen sprachlichen Umsetzung der Autorin sowie der grausamen Dialogführung nichts geändert. Teilweise empfand ich nicht nur die Geschichte recht seicht und stieß teilweise auf grobe Ablehnung meinerseits. Die Dialoge waren flach, einfallslos und ließen erkennen, dass die Autorin es einfach nicht beherrscht, ihren Charakteren Leben einzuhauchen. Auch hier musste ich wieder einmal feststellen, dass das Charaktersetting so gut war gar nicht vorhanden war und die Charaktere – insbesondere der beiden Protagonisten – einfach wieder einmal wie Instrumente wirkten, die die Geschichte ihrer Autorin wiedergeben sollten, nicht mit echten Lebewesen, mit denen man mitfühlen könnte. Diese wirkten wieder einmal von vornherein leb-, lieb- und seelenlos. Für ein angeblich so erfolgreiches Buch wirklich schwach. Genauso wie die angeblichen Liebesszenen der Protagonisten. Diese hinterließen auch hier wieder einmal nicht den Eindruck, als wenn es zwischen den Protagonisten eine Verbindung/Beziehung oder Gefühle gäbe.

Also was könnt ihr von der Handlung des zweiten Bandes erwarten? Ehrlich gesagt, nichts anderes als im ersten, wenn ihr auf die kurze Antwort aus seid: Sex, Sex und noch mehr Sex. Der zwar hier vorliegende männliche Protagonist ist zwar nicht sehr aufgeschlossen der Idee, dass er die Halbfeentochter heiraten sollte, da er doch bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich hat, doch ist er genau wie sein Bruder ein ausgesprochen viriler Halbsatyr, der der Möglichkeit eine passende Partnerin für seine lüsternen Vollmondnächte zu haben nicht abgeneigt ist und während der Dauer seiner Bekanntschaft mit Jordan bisexuelle Neigungen entwickelt. Jordan, die weibliche und männliche körperliche Merkmale besitzt, ist ein Hermaphrodit, ein Zwitter, und schämt sich dafür, trotz ihres recht stark ausgeprägten Selbstbewusstseins und ist überrascht, dass anscheinend Raine Interesse an ihrer beiden Geschlechter zeigt. Zu diesem ungewöhnlichen Paar, wo man wirklich schwer als Leser mit zu kämpfen hat, gesellt sich noch geldgieriger Arzt, der Jordans Situation auszuschlachten vermag, in dem er sie der Öffentlich preisgibt. Dann noch ein homosexueller katholischer Priester, der nicht nur an dem Protagonisten einen Narren gefressen hat und an Syphilis leidet, sondern sich auch noch in seiner Not armen Gossenjungen annimmt, diese für seine sexuelle Begierde einspannt und sie im Genuss höchster fleischlicher Genugtuung tötet (*mehr als nur würg*). Also wirklich, wie kann man sowas nur gut finden?? Doch das war übrigens noch nicht alles: der Gott des Schlafes Morpheus möchte auch gern ein bisschen mitspielen und versucht mit seinen beiden Brüdern Jordan zu verführen, um sie zu schwängern, sodass die drei aus der Gefangenschaft ihrer eigenen Welt befreit werden und in die Menschenwelt übergehen können. Reicht der Priester nicht aus, müssen da wirklich noch lüsterne Götter mitspielen?? Also man kann es doch wirklich mit schlechten Ideen übertreiben und an der Umsetzung mehr als nur scheitern, wie die Autorin hier eindeutig meiner Ansicht nach unter Beweis gestellt hat. Oder?

Die Autorin schafft es auch dieses Mal wieder komplett den mythischen Grundlagen zu versagen und der Protagonistin – sowie dem Leser auch – eine vollkommen unsubstantiierte Geschichte unter die Nase zu reiben. Die Protagonistin muss auch hier wieder einmal zusehen, wie sie die Wahrheit über sich selbst und ihren Geliebten verkraftet, denn diese wird nicht einmal im Ansatz richtig angeführt und aufgezeigt. Was wirklich mehr als nur schwach ist und einen Leser mit gerunzelter Stirn zurück lässt. Ich sag es nicht gern, aber eine Handlung ist auch hier wieder einmal nahezu fast nonexistent.

Genauso schwach wie die Geschichte und die Charaktere ist auch wieder einmal die Covergestaltung. Einen Mann ästhetisch darzustellen, vermag die hier beauftragte Agentur/Designer/in einfach nicht. Wieder einmal wirkt das Tattoo bzw. das Ornament, was den Körper des männlichen Models ziert, vollkommen deplatziert und abschreckend. 

 

 

Bewertung:

Schwaches Charaktersetting, keine Handlung und wirklich zeitweise „ekelerregende“ Szenerien führen eindeutig dazu, dass ich dieses Buch überhaupt niemandem empfehlen kann. Lasst am besten einfach die Finger davon. Zudem fällt dieses Buch aufgrund seiner miserablen Qualität in Bezug auf die Geschichte wirklich aus meinem Bewertungssystem und wenn es möglich wäre, hier Minus-Tintenfässchen zu vergeben, ich würde es tun, aber so belasse ich es einfach dabei überhaupt keines zu vergeben.

 

 

Infos zur Reihe:
  1. Der Kuss des Satyrs
  2. Die Nacht des Satyrs
  3. Die Braut des Satyrs
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